Test: Borderlands 2

Dunkel Hell
Top News
Test: Borderlands 2

Coop muss sich wieder lohnen! Borderlands 2 als Flagschiff einer neuen Generation von Shooter meets Cultural References.

Nicht viele Spiele schaffen es, einen gewissen Süchtigkeitsfaktor zu entwickeln, wie es seinerzeit Tetris vormachte. Borderlands 2 aus dem Hause Gearbox Software ist nun einer dieser raren Kandidaten. War Teil 1 ein recht solider Titel, der teils die Spieler erreichte, aber andererseits bei einigen für Irritationen und Langeweile sorgte, da zum einen der Humor nicht jedermanns Sache war und zum anderen diverse Kleinigkeiten negativ ins Gewicht fielen. Zum Beispiel inkompatible DLC´s, da die deutsche Version in erheblichem Maße zensiert wurde oder aber der recht langatmige Einstieg in die Story.

Borderlands 2 ist dagegen Fanservice vom Feinsten, bei dem es sehr schwer fällt, passende Worte zu wählen ohne sich dabei in Nichtigkeiten zu verlieren. Fast an jeder Ecke wimmelt es von kulturellen Referenzen, die von Turtles über Dubstep bis zu Top Gun reichen. Bei einigen dieser kleinen Gags braucht man allerdings eine Minute bevor es im Schädel klickt. Besonders sei hier die Splinter Gang zu erwähnen, die man nur mit Pizza aus ihrem Versteck locken kann. Als erstes denkt man sich „Was soll der kindische Mist jetzt“, bis man dann vor lachen vom Stuhl fällt, wenn vier Borderlandsbewohner auf frappierend italienische Namen hören und mit japanischen Waffen um ich schlagen.

Dieser Charme nebst einer sehr gesunden Portion ausgeglichenem Humor wird durch den Cell Shading Comic Look getragen, der jetzt allerdings etwas erwachsener aussieht, als im Vorgänger. Begünstigt durch eben unterschiedliche und sehr detailreiche Umgebungen, die thematisch einiges bieten können. Wild West Feeling über Technokratie bis zu Gletscherspalten und Schneegestöber gibt es in Borderlands 2 zu erkunden.

Erkundungen sind eine treibende Kraft um die Story richtig geniessen zu können. Denn neben der recht kuriosen und interessanten Hauptstory gibt es noch gefühlte 100 Minimissionen zu meistern, die zwar optional aber dennoch Überlebensnotwendig sind, da man hier seltene Loots und Waffen bekommen kann. Seien wir realistisch, ein Schild mit einem Defensivwert von 1200 ist weitaus besser als ein Schild mit 300 Defensivpunkten. Von den abertausend verschiedenen Waffen ganz zu schweigen. Wandelt man nur auf dem Storypfad ist es eher unwahrscheinlich, die begehrten Orange oder Purple Weapons zu ergattern, die teilweise interessante Attribute und Fähigkeiten aufweisen. Einige Waffen sind Meister darin, elementare Schäden wie Brand, Säure oder Elektro auf die Gegner zu feuern. Sind solche Treffer kritisch oder erfolgreich, kann man sich meistens getrost hinter einer Deckung verstecken und zusehen wie die Energie der Feinde langsam aber kontinuierlich abnimmt.

Da die Borderlands 2 Waffen einen schier unendlichen Fundus bieten, wird wohl kein Spieler die gleichen Waffen in der Schnellwahl haben, da durch sehr weitreichendes Experimentieren eine fast schon unendliche Kombination von Waffen nebst Attributen möglich ist. Mathematisch sieht das wie folgt aus. Ihr könnt aus 4 verschiedenen Klassen wählen; Gunzerker oder Siren zum Beispiel, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Innerhalb dieser vier Klassen ist es möglich verschiedene Perkzweige zu aktivieren. Zum Beispiel verstärkt auf Fähigkeiten, Energie oder Waffenhandling. Neben diesem Perk Tree gibt es noch ein Badass Ranking System, bei dem man bestimmte Miniaufgaben wie „Töte 20 Feinde mit scharfen Waffen“ meistern muss um Bonuspunkte zu bekommen, die man dann darauf verwenden darf, zum Beispiel die Energie zu boosten, kritischen Schaden zu erhöhen oder noch mehr.

Daher kann jeder Spieler individuell seinen Charakter erstellen und Nachteile ausgleichen. Ein Commando kann zwar nicht so viel einstecken wie ein Gunzerker, aber wenn die Sentry Gun Raketenladungen verschiessen kann, wird mal eben ein scheinbar unbesiegbarer Feind zu Lametta verarbeitet, während man selber das Weite sucht. Wie man unschwer erkennen kann, ist Borderlands 2 ein sehr langes Spiel, was dank des Missionsdesigns und der Diablo Ich-sammel-alles-bis-ich-tot-umfalle Mentalität mehrere Wochen dauern kann, sofern man bis Level 50 aufsteigen will, denn da fangen dann die richtig netten Schilde und Waffen an, die abartige Werte aufweisen können. 99.000 Schaden mit einem Raketenerfer? Kein Problem!

Neben der sehr guten Grafik und dem weitreichenden Gameplay wirkt auch der Coop Modus durchaus interessant, da man hier zum einen an einem Strang ziehen kann, das heißt eine Mission gemeinsam lösen oder man spielt jeweils individuell eine eigene Mission, sofern diese im gleichen Aktionsareal stattfindet und man nicht auf einer andere Map reisen muss.

Borderlands 2 ist eine der wenigen positiven Überraschungen des ausklingenden Jahres 2012 und besticht durch eine sehr gute Grafik, ein noch viel besseres Gameplay und Tonnen an Jokes und genialen Charakteren. Mein Favorit ist auch wenn von vielen gehasst Claptrap, der ständig durch seine Art die Geschichte zwar emotional erhält, aber durch Ironie und Sarkasmus auch eine gewisse Distanz zum Geschehen aufbauen kann.

Danke Miguel von tvgc.de für die Unterstützung

 

Noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Kommentar schreiben: