Test: Battleship

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Test: Battleship

Am 14. April 2012 kam Battleship in die deutschen Kinos. Wer hätte gedacht, dass der Blockbuster auf einem Brettspiel wie „Schiffe versenken“ basiert? Und da heutzutage jeder Film eine Videospielumsetzung spendiert bekommt, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Battleship in den Spieleregalen zu finden ist. Was daraus geworden ist, lest Ihr hier.

Alle zwei Jahre findet das große internationale Marine-Manöver „Rim of the Pacific“ statt. Ihr seid Chief Petty Officer Cole Mathis, ein Sprengstoffexperte der Navy, und befindet Euch während des Manövers vor der Küste dreier nordhawaiischer Inseln, um dort nicht detonierte Sprengstoffe aus dem Zweiten Weltkrieg zu räumen. Alles läuft nach Plan, bis das Manöver durch einen Alienangriff unterbrochen wird. Die Aliens bilden eine riesige Wetterkuppel, zerschlagen die einzelnen Flotten und blockieren jegliche Kommunikation. Ihr seid nun die einzige Bodeneinheit unter der Wetterkuppel und müsst die verbleibenden Schiffe in dem Gebiet koordinieren.

Spielerisch ist „Battleship“ eine Mischung aus Ego-Shooter und Strategie. Größtenteils bewegt Ihr euch in bekannter Shooter-Manier über die Inseln und befreit diese von Alientruppen und deaktiviert verschiedene Störsender, damit die Kommunikation zwischen den Flotten wiederhergestellt werden kann. Bewaffnet mit M16, Pistole und Granaten stellt Ihr Euch den ausserirdischen Gegnern und erobert Meter um Meter im Inselparadies zurück. Dies kann in einigen Situationen recht anspruchsvoll werden, da die Gegner meist in großen Massen auftreten und Euch auch gerne mal in die Seite fallen. Sollte dabei mal die Munition knapp werden, könnt Ihr einfach die Waffen gefallener Gegner aufnehmen. Leider ist das gesamte Waffenarsenal recht dünn gehalten, da helfen dann auch nicht die zwei Arten von Alienwaffen. Da manche Gegner sehr viel Kugeln fressen, bevor sie umkippen, ist es besser sie mit Kopfschüssen auszuschalten. Denn mit jedem Kopfschuss erhaltet Ihr einen Joker, den Ihr dann im strategischen Teil des Spiel einsetzen könnt. Diesen strategischen Bereich könnt Ihr jederzeit im laufenden Spiel aufrufen. Mit einem Tastendruck öffnet Ihr eine Art PDA mit einer Übersichtskarte der Insel und dem umliegenden Gewässer. Die ganze Karte ist mit einem Raster belegt, so wie Ihr es auch vom Schiffe versenken kennt. Mit Hilfe dieser Karte könnt Ihr dann eure verbündeten Schiffe koordinieren, um euch entweder Unterstützungsfeuer am Land geben zu lassen oder um die feindlichen Alienschiffe anzugreifen. Im Gegensatz zum echten „Schiffe versenken“ könnt Ihr Eure Gegner auf der Karte sehen und so euren Schiffen den Angriffsbefehl geben. Diese gehen dann selbstständig in Position und beschießen den Gegener so lange, bis er untergeht. Da der Gegner aber meist in Überzahl ist, spielen die Joker, die Ihr durch Kopfschüsse sammelt, eine wichtige Rolle. Je nachdem, welchen Joker Ihr eingesammelt habt, könnt Ihr die Verteidigungs- oder Angriffsstärke Eurer Schiffe verbessern. Der wohl wichtigste Joker ist, wenn Ihr Euch selbst ans Steuer setzen dürft. Dann habt Ihr nämlich 20 Sekunden Zeit, um ein gegnerisches Schiff mit allem zu beschießen, was Ihr an Deck habt und es so zu zerstören. Dies ist besonders hilfreich, weil es im Normalfall ewig dauert, bis eins Eurer Schiffe ein gegnerisches Schiff selbstständig versenkt hat.

Die größte Schwäche von „Battleship“ ist leider die Technik. Wenn man das Spiel startet und das gerenderte Introvideo permanent ruckelt, dann ist das schon ein schlechtes Zeichen. Zum Glück läuft dafür das Gameplay flüssig, kann aber auch nicht wirklich mit überragender Grafik überzeugen. Es wirkt leider alles etwas lieblos, da das Spiel wohl so schnell wie möglich zum Filmstart fertig werden musste. Neben durchschnittlicher Grafik und Sound (die deutsche Synchro lässt zu wünschen übrig), ist auch der Umfang sehr gering gehalten. Die Story umfasst sieben Missionen und geübte Spieler bekommen schon nach ca. 4-5 Stunden den Abspann zu sehen. Da es keinen Multiplayer gibt, ist der Wiederspielwert sehr gering. Ihr könnt euch höchsten auf die Suche nach den in den Leveln versteckten „Stiften“ machen. Mit diesen schaltet Ihr Extras im Hautmenü frei, die sich lediglich auf ein paar Infos von Kampfschiffen beschränken.

Zum Abschluss lässt sich sagen, dass sich „Battleship“ nicht von anderen Filmversoftungen abheben kann und wie alle anderen starke Schwächen in der Technik und im Umfang aufweist. Da das Spiel im Laden trotzdem zum Vollpreis angeboten wird, kann ich hier nur von einem Kauf abraten – und lieber zu warten, bis es zu einem günstigeren Preis angeboten wird.

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