Im neuesten Ableger der nun mehr 16 Jahre alten Serie schlüpft Ihr in die Rolle des U. S. Air Force Lieutenant Colonel William Bishop. Dieser führt die Jägerstaffel „Warwolf“ an. Zusammen mit der „108th Task Force“, einer Hubschrauberstaffel und der „NATO“ bekämpft Ihr die Rebellen und Piraten, die Ostafrika in ein einziges Chaos stürzen. Nachdem die Rebellen eine neue Superwaffe abfeuern, wird schnell klar, dass es sich um einen weitaus stärkeren Gegner handelt als gedacht. Und schon bald ist die ganze Welt in Gefahr.
In Sachen Gameplay hat sich eine Menge getan. „Namco“ legt alles daran, die Luftkämpfe so actionreich und intensiv wie möglich zu gestalten. Dafür soll das neue Nahkampfsystem sorgen, welches für ordentlich Suchtpotenzial sorgt. Seid Ihr dicht genug an dem Heck eines feindlichen Jägers dran, könnt Ihr per Knopfdruck in den Nahkampfangriff (NKA) wechseln. Jetzt zoomt die Kamera direkt an euren Flieger heran und Ihr spielt aus einer Art Schulterkamera, wodurch das Spielgeschehen viel schneller und extremer wird. Die grobe Flugrichtung wird nun automatisch gesteuert, Ihr fliegt also automatisch dem Gegner hinterher. Ihr könnt euch so komplett darauf konzentrieren, den Gegner ins Visier zu nehmen und ihn mit Hilfe eures MGs oder den Lenkraketen vom Himmel zu holen. Währenddessen legt dieser alles daran, euch abzuschütteln. Da kann es vorkommen, dass Ihr zwischen den Hochhäusern einer Großstadt fliegt oder durch einen verwinkelten Canyon. Mit zunehmender Gegnerstärke kann es vorkommen, dass diese auch Kontermanöver ausführen und Ihr vom Jäger zum Gejagten werdet. Aber natürlich habt auch Ihr die Möglichkeit zu kontern. Um die Intensität weiter zu steigern, werden die von euch abgeschossenen Gegner in einer Art „Takedown“-Kamera gezeigt und Spezialraketen werden mit der Kamera verfolgt bis sie in ihr Ziel einschlagen.
Da der Gegner nicht nur in der Luft sondern auch auf dem Boden und zu Wasser aktiv ist, bleiben Luft-Boden Angriffe nicht aus. Auch hier gibt es eine Unterstützung, die euren Jäger oder später auch Bomber im optimalen Winkel das Ziel ansteuern lässt und Ihr euch ganz auf das Auslöschen der Ziele konzentrieren könnt.
Die Steuerung der Jets lässt sich nach Belieben zwischen Arcade und Simulation wechseln. Je nachdem wie geübt Ihr seid.
Neben den Kampfjets nehmt Ihr auch hinter dem Steuerknüppel eines Kampfhubschraubers Platz. Hier übernehmt Ihr die Luftunterstützung für die Bodentruppen und räumt Infanterie, Panzer und feindliche Helikopter aus dem Weg. In einigen Missionen übernehmt Ihr auch das Bord-MG eines Black Hawk und unterstützt eine Spezialeinheit bei der Übernahme eines feindlichen Frachtschiffes oder nehmt gegnerische Bodentruppen aus einem AC-130 Bomber unter Beschuss.
Grafisch braucht sich „Ace Combat“ nicht zu verstecken. Die Flugzeugmodelle sehen grandios aus und stehen ihren Originalen Vorbildern in nichts nach. Die Umgebungen sind genretypisch. Aus großer Höhe sehen die Bodentexturen sehr gut aus, geht man jedoch in den Tiefflug, wirken sie sehr verwaschen. Dies wird aber durch die vielen Gebäude ganz gut verschleiert. Wenn Ihr im Tiefflug über Dubai fliegt und markante Gebäude erkennt, sind die Texturen schnell vergessen. Im späteren Spielverlauf kämpft Ihr sogar in einem Hurrikan mit dichten Wolken und peitschendem Regen, was sich spürbar auf die Kontrolle eures Jägers auswirkt. Ein guter Effekt: wenn euch das Wetter zu schlecht ist, fliegt Ihr einfach über die Wolken und die Sonne scheint. Zwischen den Missionen wird die Story in hübsch gerenderten Zwischensequenzen weitererzählt.
Um die Luftkämpfe noch mehr in Szene zu setzen, werden diese mit actionreicher und imposanter Musik begleitet. Diese passt einfach immer perfekt zum aktuellen Geschehen. Desweiteren klingen die Sounds sehr authentisch. Man fühlt die pure Kraft der Triebwerke und die Wucht der Explosionen.
Im Mehrspielermodus habt Ihr die Wahl zwischen Deathmatch, Eroberung, Vorherrschaft oder Coop. Im Eroberungsmodus versucht das eine Team das HQ des anderen zu zerstören. Sinkt die Energie des gegnerischen HQ unter eine bestimmte Prozentzahl, könnt Ihr einen Bombenangriff starten, der das HQ dem Erdboden gleich macht. In Vorherrschaft gilt es drei neutrale Punkte auf der Karte für sein Team einzunehmen und zu halten. Deathmatch und Coop sollten sich eigentlich von selbst verstehen.
Fazit:
Wer auf actiongeladene Luftkämpfe steht und wem „H.A.W.X“ zu trocken ist, der sollte „Ace Combat“ auf jeden Fall einmal testen. Sobald man mit der Steuerung und dem „NKA“-System zurechtkommt und einen Gegner nach dem anderen vom Himmel holt, will man den Controller gar nicht mehr bei Seite legen.
by Julian Kraus









