Review: Dante’s Inferno

Dunkel Hell
Review: Dante’s Inferno

Wie weit würden sie gehen um jemanden zu retten den Sie lieben? Irgendwie passt der Satz nicht nur zu einem Spiel. Im Gegenteil, zu Dante’s Inferno von Electronic Arts passt dieser Satz wie die Sense zum Gevatter Tod. Mit Dante’s Inferno kommt wieder Leben das Hack’n‘Slay Genre und ist vor allem für Xbox 360 Gamer einer der Pflichttitel für 2010, da God of War III ja leider PlayStation exklusiv erscheinen wird. Als Vorlage für das Spiel diente eine Veröffentlichung des italienischen Dichters Dante Alighieri aus dem Jahre 1307.

Dante wird während seiner Kreuzzüge getötet, was ihm aber nicht wirklich gefällt. Also entschließt er sich dazu gegen den Tod zu kämpfen (so wie das Actionhelden nun mal tun), und gewinnt diesen Kampf natürlich auch. Die Sense des Sensemann’s behält Dante kurzer Hand als seine neue und sich als nützlich erweisende Waffe mit der er sich dann erst mal auf den Weg nach Hause zu seiner Geliebten Beatrice macht. Als er zu Hause ankommt kommt findet er nur Schmerz und Leid wieder. Sein Vater und seine Geliebte sind tot, ermordet. Als seine Beatrice vom Teufel höchstpersönlich in die Hölle geführt wird, weil sie gegen ihn eine Wette verloren hat macht sich Dante ohne zu zögern auf den Weg durch die Hölle um seine Geliebte wieder zurück zu holen und muss dabei jede Menge Abenteuer bestehen. Um seine Geliebte und den Satan zu erreichen muss Dante durch die 9 Höllenkreise gehen. Jeder Kreis beherbergt Verdammte die zu Lebzeiten einer bestimmten Sünde nicht absagen konnten. Von Wollust, über Habgier und Zorn, bis zu Betrug und Verrat sind alle Sünden und dazu passende Prominente Legenden anzutreffen.

Dante hat die Wahl zwei Pfade einzuschlagen. Geht der den heiligen Weg, so muss er den Verdammten vergeben und sie von Ihren Sünden befreien damit diese gen Himmel fahren können. Wählt er aber den unheiligen Weg, bestraft er die Verdammten und schickt die endgültig ins Nichts. Welchen Weg ihr mit Dante auch wählt, ihr bekommt heilige bzw. unheilige Bonuspunkte und könnt Seelen einsammeln. Die gesammelten Punkte diesen dazu neue Fähigkeiten freizuschalten und so lassen sich neue Angriffe oder Defensivmaßnahmen freischalten. Aber nicht nur durch das Seelen sammeln lassen sich neue Fähigkeiten erlernen. Dante findet auf seinem „Höllentrip“ immer wieder Reliquien die er sich zu Nutze machen kann. Neben dem Gesundheitsbalken gibt es einen Magiebalken der für die Nutzung der Reliquien zum Tragen kommt. So kann Dante je nach eingesetzter Reliquie etwa mehr Seelen für vernichtete Gegner bekommen oder einen stärkeren Schaden mit der Sense anrichten. Das kleine Problem dabei: Es gibt über 20 Reliquien im Spiel, die unterschiedliche Eigenschaften haben, Dante kann aber nur eine Handvoll davon nutzen.

Sehr abwechslungsreich sind die vielen, bis zum Ende des Spiels stets variierenden Gegnertypen, die einem in den verschiedenen Höllenstufen immer zum dort vorherrschenden Thema begegnen, da jeder Gegner seine Stärken und Schwächen hat. Auch bei den verschiedenen Boss-Gegnern hat man sich was einfallen lassen. Die gigantische grafische Umsetzung und der Ideenreichtum der Entwickler sorgt immer wieder für Erstaunen und lässt das Spiel zu keiner Zeit langweilig erscheinen. Zudem wirken die Bewegungsabläufe sehr realistisch da in vielen Fällen mit Motion-Capturing gearbeitet wurde. Aber nicht nur die Gegner sind beeindruckend, auch die Umgebung die rings um Dante geschaffen wurde ist detailreich und sehenswert. Zwar hätte man sich bei den einen oder anderen Detail noch eine zweite oder sogar eine dritte Animation erlauben können, so ist das öffnen der höllischen Tore immer wieder die gleiche Animation und das gleiche Quick-Time Event, aber das fällt hier nicht wirklich ins Gewicht. Dante’s Inferno ist nichts zarte Gemüter da durch übertriebene aber grafisch gut umgesetzte Brutalität auch sehr viel Blut fließt.

Mit einer Spielzeit von fast 7 Stunden im leichtesten Schwierigkeitsgrad, bei der sehr guten Story, liegt Dante im guten Durchschnitt. Die Spielzeit verlängert sich etwas wenn man nochmals auf einer höheren Schwierigkeit durchspielt. Zu erwähnen ist an dieser Stelle auch, dass wenn man das Spiel erneut durchspielen möchte, im Wiederauferstehungsmodus gespielt kann. Dante hat dann beim Start des Spiels alle vorher gesammelten Fähigkeiten die er gleich zu Beginn wieder voll nutzen kann, was das spielen höherer Schwierigkeitsgrade ungemein erleichtet. Kleiner Nachteil; Dante steigt dann ganz an Anfang ins Spiel ein, sondern erst dann, wenn er in die tiefen der Hölle abgestiegen ist. So fehlt der Prolog und etwa 10 Minuten Spielzeit, was aber auch nicht weiter tragisch ist. Die Steuerung ist sehr gut durchdacht die Kombos sind auch für Controller-Anfänger sehr gut umzusetzen. So hat man einfache Button Kombos oder auch Button Mashing einlagen im Spiel die man im nu verinnerlicht hat.

Hat man das Spiel einmal durch, wird zudem ein neues Feature freigeschaltet. Die Tore der Hölle. Hier muss sich Dante durch 50 Höllentore kämpfen hintern denen immer wieder neue Gegnerwellen warten (Gears of War – Horde und Halo 3 ODST – Firefight lässt grüßen). Dante startet dabei mit einem Zeitkonto das er über die 50 Tore hinweg auffüllen kann. Dabei sollte die Zeit möglichst nicht gegen 0 laufen bis das letzte Tor erreicht und den letzten Gegner geschlagen ist.

Dafür, das Dante’s Inferno auch in Zukunft nicht langweilig wird ist gesorgt. Im April 2010 wird ein DLC erscheinen der unter anderem einen Multiplayer Online-Coop Modus mit sich bringt. So wird man mit seinen Freunden in Xbox Live oder dem PlayStation Network zusammen die alten und neue Prüfungen bestehen können. Ein Trailer über den neuen Modus lässt sich im Spiel freischalten und man bekommt schon mal den Mund wässrig gemacht.

Fazit:
Wurde auch Zeit das endlich wieder ein gutes Spiel in dem Genre erscheint. Da God of War für Xbox 360 Spieler ja unerreichbar sein wird, ist Dante’s Inferno definitiv die richtige Alternative. Aber auch PlayStation 3 Junkies werden an Dante’s Inferno nicht vorbei kommen. Auch wenn sehr vieles im Spiel an God of War erinnert sollte man hier zugreifen. Dante’s Inferno ist eines der ganz wenigen Spiele die man im Offline Modus mehrmals durch spielen kann ohne das sie langweilig werden.

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