Die Spieleentwickler System3 sind nicht bekannt für große Spieleblockbuster, haben aber dennoch einiges vorzuweisen. 2008 veröffentlichten sie “Ferrari Challenge” für die PS3. Der Titel konnte lediglich durch seine realistische Fahrphysik überzeugen und war ansonsten eher durchschnittlich. Mit “Supercar Challenge” kommt ein neuer Ableger der Spieleschmiede. Ob der Titel auch in anderen Bereichen überzeugen kann, lest ihr hier.
Gameplay
Leider muss man gleich zu Anfang sagen, dass es sich bei “Supercar Challenge” um ein einfaches Update von “Ferrari Challenge” handelt. Das merkt man, sobald man im Hauptmenü gelandet ist. Denn dieses ist direkt aus dem Vorgänger übernommen. Auch der Fuhrpark aus 44 Boliden besteht zu 80% aus Ferraris, die auch schon im Vorgänger zu sehen waren. Die restlichen Vertreter sind bekannte Supercars wie der McLaren F1, der Mercedes SLR oder der Bugatti Veyron. Es stehen 22 Strecken zur Verfügung, die ihr in fünf verschiedenen Spielmodi befahren könnt. Darunter befindet sich der bekannte Quick Race Modus, ein Turniermodus, ein Herausforderungsmodus, ein Arcademodus und ein Onlinemodus, auf den wir im Multiplayerbereich eingehen werden.
Wir spezialisieren uns hier auf das Herzstück des Spiels, den Herausforderungsmodus. Dieser besteht aus fünf Stufen. Jede Stufe findet in einem andern Land statt. Das hat widerrum Einfluss auf die Strecken, die ihr in dieser Stufe fahrt. In jeder Stufe müsst ihr bestimmte Herausforderungen schaffen, die euch extra Punkte verschaffen und mit denen ihr die nächste Stufe freischaltet. So müsst ihr z. B. in Kanada auf der Strecke Montreal ein Rennen ohne Strafen beenden oder ein Regenrennen gewinnen. Natürlich müsst ihr auch jedes Rennen gewinnen, um ordentlich Geld für neue Supercars zu verdienen. Euer Gewinn ist abhängig vom vorher gewählten Schwierigkeitsgrad. Doch aufgepasst, je höher der Schwierigkeitsgrad desto weniger Fahrhilfen könnt ihr zuschalten und um so höher ist die Wahrscheinlichkeit auf ein Regenrennen.
Letztere sind mit der sehr realistischen Fahrphysik gar nicht so einfach. Zwar lassen sich Fahrhilfen wie eine dynamische Ideallinie oder verschiedene technische Unterstützungen zuschalten. Schaltet man aber zu viele Hilfen ein, beeinträchtigt das die Beschleunigung und die Höchstleistungen des Wagens. Das ist bei der knallharten KI besonders wichtig, denn wenn die erstmal freie Fahrt haben, holt man sie so schnell nicht mehr ein. Aber wenn man sich erstmal an die realistische Fahrphysik gewöhnt hat und sich in den Rennen ein bischen mehr konzentriert, sollten erste Erfolge recht schnell folgen. Wenn das alles nicht helfen sollte, gibt es noch einen umfangreichen Tutorialmodus, der euch alles Wichtige näher bringt.
Grafik
Auch hier hat sich nicht wirklich viel getan. Man hat leicht an der Feinschliffschraube gedreht. Es gibt kaum noch Framerateeinbrüche wie noch beim Vorgänger und die Wagenmodelle sehen sehr gut aus. Dafür sieht der Rest etwas mau aus und erreicht eher nur durchschnittliche Qualität. Die Strecken sind zwar originalgetreu nachgebildet, aber etwas leer geraten. Auch das Schadensmodell lässt sehr stark zu wünschen übrig. Bis auf ein paar kaputte Scheinwerfer und ein paar Dellen passiert hier nämlich nichts. Deswegen wird der Schaden auch separat in einer Prozentanzeige im HUD angezeigt. Leider wirken sich die Schäden erst ab 80% auf das Fahrverhalten aus, was nicht gerade realistisch ist. Habt ihr dann die 90% erreicht, seid ich auch schon vom Rennen disqualifiziert. Da erwartet man von einer Rennsimulation etwas mehr Realismus.
Sound
Was den Sound angeht, kann man nur auf die Sounds der Motoren eingehen. Diese Varieren stark, der eine klingt brachial und realistisch, der andere verursacht nach ein paar Minuten Kopfschmerzen. Wenn dann auch noch zwei Wagen ineinander krachen und es sich anhört als würde man mit Pappkartons schmeißen, ist man doch sehr enttäuscht.
Multiplayer
Hier haben sich die Entwickler noch einmal richtig Mühe gegeben und einen super Onlinemodus zusammengebaut. Man hat die Möglichkeit sowohl online als auch mit 16 Spielern im LAN zu zocken. Entweder tritt man einer laufenden Sitzung bei oder erstellt eine Eigene. Bei Letzterem habt ihr die Möglichkeit, alles nach euren Vorstellungen einzustellen. Ob mit oder ohne Strafen, Rennlänge, Wetter und die Wagenklasse sind nur einige der Einstellungen, die ihr vornehmen könnt. Startet ihr dann ein Rennen, wird zuerst das Qualifying gefahren, um die Startposition festzulegen. Danach geht es ins Rennen und diese laufen verdammt flüssig und machen richtig Spaß. Nur schade, dass das Spiel nicht ganz so verbreitet ist, so das nicht wirklich viel los ist auf den Servern.
Fazit
“Supercar Challenge” ist leider nur ein Update des Vorgängers geworden und kann lediglich mit ein paar neuen Wagen aufwerten. Auch der Herausforderungsmodus kann nicht wirklich lange motivieren. Einzig und alleine die realistische Fahrphysik und der spaßige Onlinemodus können überzeugen. Das is eindeutig ein Spiel, was eher für die Simulationsliebhaber gedacht ist. Für eine kurze Arcaderaserei ist es einfach zu schwer.









