Wenn wir jetzt fragen: „Wer von euch kennt das Entwickler Studio A2M?“ Dann wird sicherlich kaum jemand antworten. Werkelten die Entwickler bislang doch nur an Filmversoftungen wie Happy Feet oder Lucas der Ameisenschreck, stellten die Jungs und Mädels von A2M mit WET erstmals ihr eigenes Spiel auf die Beine. Was daraus geworden ist, lest ihr hier.
Story
In der Rolle der freiberuflichen Auftragskillerin Rubi Malone sollt ihr für einen wohlhabenden Mann einen simplen Auftrag ausführen – ihr sollt seinen verlorenen Sohn zurückbringen. Doch wie man es sich schon denken kann, ist der Auftrag alles andere als einfach. So werdet ihr schnell vom Jäger zum Gejagten und seid am Ende nur noch auf Rache aus.
Gameplay
Das Gameplay von WET ist genau so simpel gehalten wie die Story. Das Spielprinzip kennt man aus Actiontiteln wie John Woos Stranglehold. Mit akrobatischen Moves wie Hechtsprüngen, Wandläufen und stilvollen Schwertattacken schießt und schnetzelt ihr euch durch große Gegnermassen. Jedes Mal, wenn ihr einen dieser Moves ausführt, wird das Spielgeschehen automatisch in Zeitlupe versetzt und ihr habt die Möglichkeit, in Ruhe einen Gegner nach dem anderen auszuschalten. Dank des geteilten Zielens visiert Rubi selbstständig den am nächsten stehenden Gegner an und ihr könnt manuell mit der zweiten Waffe einen weiteren Gegner anvisieren. Schaltet ihr möglichst viele Gegner stilvoll nacheinander aus, steigt ein Mutiplikator und es regnet noch mehr Punkte. Mit diesen Punkten könnt ihr dann neue Moves für Rubi und Upgrades für eure Waffen kaufen.
Insgesamt gibt es fünf unterschiedliche Waffen. Zu Beginn besitzt ihr nur Rubis Pistolen, die mit unendlich Munition daherkommen. Im Verlauf des Spiels erhaltet ihr dann jeweils ein paar Schrotflinten, Maschinenpistolen und Armbrüste mit Explosivpfeilen. Ihr fragt euch sicherlich, wo denn die fünfte Waffe steckt: neben den Schusswaffen hat Rubi stets ein Katana mit dabei, mit dessen Hilfe ihr u. a. auch Türen öffnet. Jedes Mal, wenn ihr eine neue Waffe freigeschaltet habt, besucht ihr Rubis Versteck – einen alten Flugzeugfriedhof. Hier gibt es für jede Waffe einen Parkour zu bewältigen. Ihr lauft eine vorbestimmte Strecke ab und an bestimmten Stellen zielt Rubi automatisch mit einer Waffe auf ein Ziel. Ihr müsst dann während der Zeitlupe manuell zwei weitere Ziele zerstören. Dafür bekommt ihr Zeit gutgeschrieben und am Ende des Parkours seht ihr, ob ihr Bronze, Silber oder sogar Gold geholt habt.
Das Spiel teilt sich in drei unterschiedliche Gameplayarten auf. Hauptsächlich lauft ihr durch die sehr linearen Levels und tötet stilvoll eure Gegner. An bestimmten Stellen kommt es dann zu Arenakämpfen. Hierbei handelt es sich um einen abgesperrten Bereich mit einer bestimmten Anzahl an Gegnerspawnpunkten. Diese Spawnpunkte sind dann meist Türen, die ihr verschließen müsst, da sonst immer wieder neue Gegener in den Raum platzen. Wenn ihr alle Türen verschlossen habt, gilt es, die restlichen Gegner auszuschalten. Die Arenen sind vollgestopft mit allerhand Möglichkeiten verschiedene akrobatische Moves zu kombinieren und somit eine Menge Punkte zu sammeln. Zur Auflockerung gibt es dann drei Verfolgungsjagden im Spiel. In diesen springt ihr via Quicktime-Event auf einer Autobahn von Autodach zu Autodach und feuert auf gegnerische Fahrzeuge. Diese sind zwar sehr stilvoll in Szene gesetzt, bieten aber auf Dauer auch keine wirkliche Abwechslung. Und dann gibt es noch den “Blutrausch-Modus”, in dem ihr so viele Gegner wie möglich töten müsst – und das so schnell wie möglich hintereinander. Denn hier erreicht euer Multiplikator sehr schnell die x20-Marke und höher. Der “Blutrausch-Modus” schaltet sich an bestimmten Stellen im Spiel automatisch ein. Ihr erkennt ihn daran, dass sich die Grafik in einen rot-schwarzen Cel-Shading-Look verwandelt. Das sieht cool aus, ist aber keine wirkliche Ablenkung, denn im Endeffekt tötet ihr nur wieder einen Gegner nach dem anderen.
Grafik
Bis auf den coolen Cel-Shading-Look während des “Blutrausch-Modus” hat WET grafisch nicht viel zu bieten. Die Grafik ist veraltet und durch den beabsichtigten 70er-Jahre Filmrolleneffekt hat man ein durchgehendes Flimmern im Bilde. Die Texturen sind matschig und die Charaktermodelle sind kantig. Desweiteren sind die Levels farblos und ähneln sich zu sehr. Die Entwickler haben sich wohl zu sehr damit beschäftigt Rubi vernünftig zu modellieren, denn sie ist die Einzige, die sich einigermaßen sehen lassen kann.
Sound
Auch hier haben die Entwickler zu wenig Zeit investiert. Die Synchronisation ist unterirdisch. Alles klingt einfach nur abgelesen und unecht. Die Sounds der Waffen und Explosionen sind durchschnittlich. Einzig und allein der Soundtrack kann überzeugen. Die rockige Musik passt einfach perfekt zu Rubis akrobatischen Moves und zum pausenlosen Gegnertöten.
Fazit
Hätten die Entwickler etwas mehr Zeit investiert, hätte WET ein richtig gutes Spiel werden können. So ist es nur eine Belustigung für zwischendurch im coolen Tarantino-Stil. Zu Beginn macht es wirklich Laune mit Rubi durch die Levels zu hüpfen und stylisch einen Gegner nach dem anderen zu plätten. Aber leider wird es viel zu schnell eintönig. Der einzige Grund, das mehrmals durchzuspielen, sind die Trophies. Als Vollpreistitel kann ich WET nicht empfehlen. Hier sollte man warten, bis der Titel günstiger wird.











