Sage und schreibe acht Jahre sind nun schon seit dem letzten Wolfenstein-Ableger vergangen. Damals erschien “Return to Castle Wolfenstein” für den PC und die gängigen Konsolen und war unter den Top 10 der besten Actionspiele des Jahres. Seit August 2009 ist nun der neueste Teil erhältlich und wir haben ihn für euch getestet.
Story
Wieder einmal schlüpft ihr in die Rolle des US-Rangers B. J. Blazkowicz und versucht die Nazis daran zu hindern die Weltherrschaft an sich zu reissen. In der fiktiven Metropole Isenstadt haben die Nazis die “Schwarze Sonne” entdeckt, eine nie versiegende Energiequelle mit deren Kraft sie hochentwickelte Waffen herstellen. Diese Energiequelle befindet sich in einer Paralleldimension, dem sogenannten “Schleier”. Mit Hilfe spezieller Medaillons ist man in der Lage zwischen den Dimensionen zu springen und somit auch verschiedene Mächte zu nutzen. So versucht ihr nun zusammen mit einigen Widerstandsgruppierungen die Nazis an ihrem Masterplan zu hindern.
Gameplay
Wie man es von einem Wolfenstein erwartet, handelt es sich hier um einen reinrassigen Weltkriegsshooter mit einer Prise Übernatürlichem. Was Wolfenstein aber von einem normalen Shooter unterscheidet, ist das Thule-Artefakt. Dieses Medaillon verschafft euch Zugang in die Paralleldimension und ermöglicht es euch die Zeit zu verlangsamen, ein schützendes Energieschild aufzubauen und die Durchschlagskraft eurer Waffen zu verbessern. Natürlich sind diese Mächte nur kurzzeitig einsetzbar und kosten euch Schleier-Energie. Diese könnt ihr an zahlreichen Punkten in den Levels wieder aufladen. Begebt ihr euch einmal in die Schleier-Welt, habt ihr die Möglichkeit die Schwachstellen bestimmter Gegner zu erkennen oder Geheimgänge zu entdecken. Diese Mächte lassen sich dann wunderbar zum Lösen von Rätseln und in heissen Feuergefechten einsetzen.
Letztere habt ihr im gesamten Spielverlauf zu Hauf. Hier sieht man, dass es sich um einen einfachen Ego-Shooter handelt. Ihr lauft von Raum zu Raum und tötet einen Gegner nach dem anderen, bis ihr dann zu einem Zwischenboss gelangt, der sich meist nur mit bestimmten Taktiken überwinden lässt. Dafür steht euch aber auch ein abwechslungsreiches Waffenarsenal zur Verfügung. Von der normalen MP über eine Tesla-Kanone bis hin zur “Leichenfaust 44″, die eure Gegner komplett auflöst.
Vor und nach jedem Level habt ihr die Möglichkeit, euch frei in Isenstadt zu bewegen und eure Waffen und das Medaillon beim Schwarzmarkthändler aufzuwerten. Als Zahlungsmittel nutzt ihr die in den Levels gefundenen Schätze und Magiebücher. Die Levels in Wolfenstein laufen allesamt geradlinig ab, da sind die Ausflüge nach Isenstadt eine nette Abwechslung. Neben dem Schwarzmarkt findet ihr hier auch weitere Schätze und Nebenmissionen.
Grafik
Kennern sollte der Grafikstil bekannt vorkommen, läuft Wolfenstein doch mit der “id Tech 4″-Engine, die schon in Spielen wie DOOM 3 zum Einsatz kam. Trotz der alten Technik kann Wolfenstein überzeugen. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es detaillierte Umgebungen und Charaktermodelle. Die Effekte der spezielleren Waffen und die der Explosionen können sich sehen lassen. Logischerweise verzichtet die deutsche Version komplett auf verfassungsfeindliche Symbole und auf die Möglichkeit seinen Gegnern die Gliedmaßen abzutrennen. Aber auch ohne diese Features erhält das Spiel zurecht eine USK18-Einstufung.
Sound
Neben den sehr guten Waffen- und Explosionsgeräuschen, haben die Synchronisation und Hintergrundmusik ein großes Lob verdient. Ihr werdet durchgehend von orchestraler Musik begleitet, die das Geschehen noch packender inszeniert. Die Synchronisation besticht mit sehr guten Sprechern und passenden Dialogen.
Multiplayer
Genreüblich habt ihr hier die Wahl zwischen Deathmatch, Team Deathmatch und Team Ziel.
Bei Letzterem geht es darum, dass das eine Team etwas beschützen muss, was das andere Team zerstören muss. Auf dem Schlachtfeld habt ihr dann die Wahl zwischen mehreren Klassen wie z. B. dem Sanitäter, mit dem ihr eure Kameraden wiederbeleben oder verarzten könnt, oder dem Mechaniker, der euch stetig mit Munition versorgt. Durch das Töten von Gegnern und das Erfüllen von Zielen verdient ihr Geld, mit dem ihr wiederum eure Waffen verbessern könnt. Auch online habt ihr die Möglichkeit eurer Medaillon einzusetzen, um euch z. B. kurzzeitig schneller zu bewegen.
Fazit
Wolfenstein ist kein Ego-Shooter, der das Genre neu erfindet. Es handelt sich um einen soliden Shooter, der das schon etwas ausgelutschte WW2-Szenario wieder etwas auffrischt.
Die Schießereien machen Spaß und lassen sich mit Hilfe des Medaillons recht unterschiedlich gestalten. Die Story ist nicht die Beste, aber dafür ist die Waffenauswahl sehr gelungen. Wer auf einfache Shooterkost steht und kein Problem mit etwas Übernatürlichem hat, der wird mit Wolfenstein seinen Spaß haben. Nichts Neues, aber doch mal was anderes.










