Lust auf heiße Rallye Action? Na dann nichts wie in den Laden und Colin McRae DIRT 2 kaufen. Codemasters hat es mit diesem Titel geschafft, ein nahezu perfektes Rallye Erlebnis zu schaffen. Nach dem Tod des Rallye Profis Colin McRae, war offen ob Codemasters eine Fortsetzung der DIRT Reihe bringen wird, aber ca. ein Jahr nach seinem Tod, bestätige Codemasters offiziell, das man an einen zweiten Teil von Colin McRae DIRT arbeite. Gute Entscheidung können wir da nur sagen.
Durch das Spiel wird man diesmal von Rallye Profi Ken Block geführt und in vielen Kommentaren, Videos und Events gedenkt man dem großen Colin McRae. Codemasters hätte es nicht besser lösen können und die DIRT Reihe sollte somit auch in Zukunft fortgesetzt werden können.
DIRT 2 präsentiert sich fast tadellos. Die Menüs sind anfangs etwas unübersichtlich und man sucht schon mal das ein oder andere im „Menü-Wohnwagen“, allerdings findet man sich dann sehr schnell zurecht. Der Spieler hat die freie Wahl in welchem Schwierigkeitsgrad er das nächste Event bestreiten möchte. Das stellt sich schon als sehr vorteilhaft heraus, denn der Schwierigkeitsgrad ist leider alles andere als gradlinig. So schafft man es in einem Trailblazer-Rennen auf dem Schwierigkeitsgrad „Seriös“ noch locker mit einigen Sekunden Vorsprung zu gewinnen, beim nächsten Raid-Event im leichteren „Lässig“ Schwierigkeitsgrad aber gerade so unter die ersten 3 zu gelangen. Die Schauplätze und Events sind rund um Welt angesiedelt: London, Utah, Marokko, China oder Japan sind nur einige Orte an denen man seinen Gasfuß trainieren kann. Auch große Events können ab einem bestimmten Karriere Level gespielt werden. So werden nach und nach z.B. die X-Games in Europa, Amerika und Asien freigeschaltet oder man muss sich für 5 Word-Tour Events qualifizieren, die man anschließend meistern darf. Wichtig ist hier das Wörtchen „kann“. Der Spieler hat jederzeit die freie Wahl, wann er wo welches Event fahren möchte, sofern es denn schon freigeschaltet ist. Darunter ist unter anderem ein „Colin McRae Gedenk-Event“ das man auf keinen Fall auslassen sollte.
Im Vergleich zum Vorgänger gibt es viel weniger klassische Rallye Events, dafür gibt es sehr gute andere Modi, wie die Trailblazer Rennen, Landrush Events oder Ausscheidungsrennen. Die einzelnen Renntypen erklärt Ken Block in kurzen Videos, sodass man auch weiß was „Landrush“ Rennen z.B. bedeutet. Auch einfache Zeitrennen, in denen man gegen die Ghostfahrer andere Spieler antreten kann, sind im Spiel enthalten. Das sorgt für eine sehr gelungene Abwechslung und lässt das Spiel alles andere als eintönig wirken. Jedes Event stellt eine eigene Wagenklasse und Flotte bereit. Auch wenn die Fahrzeugauswahl nicht groß ist, so sind die unterschiedlichen Fahreigenschaften der Wagen teilweise so groß, dass die richtige Wagenwahl auch eine Rolle dabei spielt wie leicht ein Rennen zu gewinnen ist oder wie hart der Kampf um den ersten Platz wird. Den Respekt seiner Konkurrenten muss man sich im Laufe des Spiels erarbeiten und diese fordern einen immer wiedermal zu einem 1 vs 1 Duell auf. Hat man erst mal den Respekt einiger Fahrer gewonnen, kann man mit diesen sogenannte “Team Events” bestreiten, bei denen nicht die Platzierung eines einzelnen Fahrers zählt, sondern auch der Platz des Teamkameraden der mit in die Wertung eingeht. Taktisches Fahren ist also hier auch angesagt. Die Sprüche der Piloten und des Co-Piloten sind einfach nur genial und fördern den Spielspaß erneut. Wie auch schon in Race Driver GRID kann man am Anfang des Spiels einen Spitznamen oder einen realen Namen aus einer großen Liste auswählen. Die KI-Fahrer sprechen einen dann direkt mit diesem Namen an.
Die Kurve nicht bekommen? Dann fahrt sie einfach nochmal! In DIRT2 wurde die Sofortwiederholung, die einigen bereits aus Race Driver GRID bekannt sein sollte, übernommen. Diese ermöglicht es z.B. nach einem Unfall einfach zurück zu spulen und dann an der ausgewählten Stelle wieder ins Spiel einzusteigen. Aber Vorsicht! Man hat nur eine begrenze Anzahl von Sofortwiederholungen zur Verfügung und dies ist natürlich auch vom Schwierigkeitsgrad abhängig. Zudem kann man nur einen kurzen Zeitraum zurückspulen. Wer also, in aller Ruhe, einen spektakulären Unfall laufen lässt, dem kann es passieren, dass er mit der Sofortwiederholung nicht mehr rechtzeitig ins Spiel einsteigen kann. Nach dem Rennen kann man sich noch einmal das komplette Replay des Rennens anschauen, das je nach Kamerawinkel der Regiekamera für spektakuläre Spielszenen sorgt. Nachteil hier ist, dass man die Replays nicht speichern kann.
Grafik und Sound von DIRT 2 sind eigentlich nur mit einem Wort zu beschreiben: Wow! Die Umgebungsdetails wirken fast schon realistisch und die Strecken sind alle samt super gestaltet. Richtig gelungen ist auch die Cockpitansicht, die dem Fahrer noch einmal ein echtes Rallye-Feeling vermittelt. Fährt man z.B. durch eine Pfütze, sieht man erst mal nichts mehr bis die Scheibenwischer das üble Nass von der Windschutzscheibe beseitigt haben. Leider gibt es keine Wettereffekte wie Regen oder Schnee, dafür aber auf einigen Strecken sehr schicke Nachtrennen. Das Schadensmodell ist in 3 Stufen einstellbar. Auch hier kann pro Event entschieden werden ob der Schaden „Nur optisch“ oder „Voll“ sein soll. Bei vollem Schaden wirkt sich das zerlegen der Karosserie sehr stark auf das Fahrverhalten aus und kann auch schnell zum Totalschaden führen mit dem das Rennen dann beendet ist. Die Einstellung „Nur optisch“ hingegen erlaubt es zwar den Wagen in seine Bestandteile zu zerlegen, wirkt sich aber nicht auf das Fahrverhalten aus und sorgt nur für nette Effekte. Die Einstellung „Kein Schaden“ ist eine Einstellung die die Welt nicht braucht.
Auch im Bereich Multiplayer hat Codemasters ganze Arbeit geleistet. Sowohl im PlayStation Network als auch in Xbox Live laufen die Rennen sehr stabil und ohne ruckeln ab. Der Host kann bestimmen welche Strecke gefahren wird und welche Fahrzeuge verwendet werden und er kann bis zu 5 Events anlegen die dann abgefahren werden. An den Rennen können bis zu 8 Spieler teilnehmen und auch hier gibt es Karrierepunkte. Allerdings hat man die Offline Karriere komplett von der Online Karriere getrennt und nach erfolgreich abgeschlossenem Singleplayer Modus muss man Online praktisch wieder bei null anfangen. Sehr sinnvoll ist hier z.B. auch die Einstellung, die Kollisionen komplett abzuschalten. Das gewährleistet dann auch heiße Duelle, denn auch hier gibt es Raudies die ein Rennen mit einem Autoskooter Platz verwechseln. Hat man allerdings faire Fahrer in der Gruppe, empfiehlt es sich die Kollisionen ein zuschalten, da dies den Spaßfaktor doch enorm steigert. Leider fehlt dem Spiel ein Splitscreen Modus und ohne zweite Konsole gibt es keine lokalen Multiplayer Events.
Fazit:
Colin McRae DIRT 2 ist seit langem nicht nur das erste Renn- bzw. Rallyespiel das einen für lange Zeit vor der Konsole festhalten kann, sondern überhaupt mal wieder ein Titel an dem man nicht nach 2 Wochen wieder die Lust verliert. Abwechslungsreich, schnell und nichts für Bleifußfahrer. Ich selbst werde den Titel noch einige Zeit in der Konsole lassen und so schnell wird das Game nicht im Schrank verstauben. Colin McRae ist der Kauf Tipp für alle Spieler, die jede Form von Rennspielen mögen und auch für Einsteiger eignet sich DIRT 2 sehr gut.












