Mit inFamous bringt Sony nun ein PS3-exklusives Superheldenspiel auf den Markt. Aus dem eigenen Hause soll dies nun praktisch der direkte Konkurrent zu Prototype werden. Wie gut inFamous wirklich ist, und ob es denn Anforderungen gerecht wird, erfahrt ihr in diesem Test!

Vom Kurier zum Helden

… oder Schurken, das ist nämlich die Frage bei inFamous. Nach einem impulsiven Start gehts schon direkt mit der Story los. Eine riesige, mysteriöse Explosion hat ganz Empire City, mit seinen 3 Stadtteilen, komplett verwüstet. Die Menschen sind entweder verstümmelt, schwer verletzt und oder von nun an heimatlos. Irgendwie hat der Kurier Cole, der Hauptcharakter in diesem Spiel, etwas mit der Explosion zu tun. PTOM_2_Stormy_BigZunächst gilt es einige Hilfsjobs zu erledigen, später werden die Aufgaben nicht nur wichtiger, sondern auch um einiges umfangreicher und weitläufiger. Zudem wird man immer häufiger entscheiden müssen, ob man die Aufgabe eigennützig beendet, oder der Bevölkerung hilft. So kommt es auch öfters vor, dass man der örtlichen Polizei für einige sammelbare Explosionsscherben, die einem mehr Energie verleihen, unter die Arme greifen soll. Der normale Weg wäre, einfach alle Gegner zu neutralisieren, und dafür Lob und Scherben zu kassieren. Der einfachere aber zugleich bösartige Weg wäre, einfach alle Polizisten zu grillen und die Scherben einzustecken. Dies schadet natürlich einerseits eurem Ruf, andererseits kommt man so an neue, bösartigere Kräfte heran, die die Kämpfe um einiges erleichtern. Weiterhin kann man zwischen den Missionen wählen, denn es stehen einem stets mehrere zur Auswahl. So kann man die Hauptstory vorantreiben, oder den Bürgern helfen (oder eben auch nicht) und so Stück für Stück die Stadtteile zurückerobern, denn nach der Explosion haben sich zahlreiche Banden in den verschiedenen Stadtteilen angesiedelt und terrorisieren nun die Bevölkerung. Stetig begleitet wird die Story von dem einzigartigem Artwork, dass die Entwickler für inFamous sehr liebevoll und spektakulär inszeniert haben. Die Story wird so wie ein Comic vorgetragen, weißt aber dennoch viele grafische Details auf, und wird durch die sehr gelungene sprachliche Inszenierung sehr gut erzählt.

Das wahre Ausmaß

Überhaupt wartet das Game insgesamt mit sehr vielen, natürlich überwiegend grafischen Details auf. So ist die Stadt nicht nur in ihrem Zerfall grafisch sehr detailliert aufbereitet, auch die stetige Entwicklung wurde gut dokumentiert. Mit dem Verlauf des Spiels werden allmählich Viertel wieder hergestellt und Plakate vom Helden oder eben auch Schurken Cole aufgehängt. Je nach Mission wird auch von einem rebellischen, städtischen Propaganda-Sender berichtet, und im Gegensatz dazu auch von einem BBC-Abklatsch. Wird so eine Sendung ausgestrahlt, und das passiert meistens über TV-Geschäfte und deren Schaufenster, so sammeln sich dort Passanten und lauschen gespannt. Ständig finden sich auch verletzte Passanten, sei es nun, weil sie vom Auto angefahren, von einem Bandenmitglied angeschossen oder noch von der Explosion verletzt wurden. Überall liegt Müll herum, am Straßenrand stehen zerstörte Fahrzeuge, die Polizeiautos unter ihnen sicherlich mutwillig zerstört, und hin und wieder ist auch mal eine Straße versperrt. Permanent sind die Texturen gestochen scharf, die Charaktermodelle wiederholen sich zwar, sehen dennoch atemberaubend aus. Dies alles ist zu betrachten unter perfekt umgesetzten Lichteffekten, am besten in der Kanalisation zu beobachten. Cole als wandelnde Glühlampe wird nicht nur auf seine Umgebung, sondern auch auf sich selbst einen Schatten. In vollkommener Dunkelheit ergibt sich so ein atemberaubendes Bild einer wandelnden Lichtquelle mit dynamischen Schatten.

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Auch die Vielzahl der Gegner, vor allem mit dem Gesamtverlauf des Spiels zu vernehmen, ist verblüffend und aufregend zugleich. Das einzige, das auffällt, sind leider immer wieder vorkommende und sehr penetrante Popups, seien es Gebäude, Gegenstände oder Gegner, immer wieder kommt es vor, dass sie plötzlich vor einem auftauchen und so den ansonsten flüssigen und geschlossen Spielverlauf trüben. Atmosphärisch kann das Spiel also gut punkten, hier haben sich die Entwickler einiges einfallen lassen., und auch der Sound tut sein übriges, die bedrückende Stimmung einer Endzeutstadt stilistisch zu unterstreichen.

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ALL_59_Stormy_BigAber auch bei der Steuerung und den Fähigkeiten Coles war man nich unkreativ. Oben genannte versperrte Straßen lassen sich nämlich auch ganz gut mit der Bahn überwinden. Das unbenutzte Bahnnetz von Empire City lässt sich nämlich hervorragend als eigene Schiene nutzen, denn dank seiner erlangten Elektrizitätsmacht kann Cole über Schienen, Stromleitungen und aller hand andere Mittel eine günstige Fortbewegung genießen. Nachdem man das Bahnnetz wieder zum laufen gebracht hat (Bestandteil einiger Missionen), kann man auch direkt auf dem Zug, und so um einiges schneller, mitfahren. Um von einem Gebäude zum anderen zu gelangen, kann man ach ein bisschen Assassins Creed-Feeling genießen, denn die Kletter-Technologie wurde mindestens genauso gut und vielfältig umgesetzt, wie im Mittelalter-Pendant aus dem Hause Ubisoft. Um größere Lücken u überwinden kann man seine „Elektrodüsen“ an den Händen nutzen, und so einige Meter gleiten. Aus großer Höhe kann man mittels Quadrat-taste einen riesigen Einschlag aus dem freien Fall vollführen. Verbunden mit allen anderen Fähigkeiten und den Gleiteigenschaften kann man so wahre zerstörerische Combos zaubern, und größere Gegnerscharen im Nu überraschen und schnell ausschalten. Interessanter Weise unterscheiden sich die guten und bösen Kräfte. Beides zugleich kann man nicht nutzen, die Auswahl ergibt sich je nach gutem oder eben bösem Kharma Coles. Eines sei aber gesagt, die Auswahl und Unterschiedlichkeit der Kräfte reizt auf jeden Fall, das Spiel mehr als einmal zu spielen!

Fazit

inFamous überzeugt in alle Richtungen; die saubere Grafik, das geschmeidige Gameplay und die wertvolle Story sind einfach perfekt abgestimmt. Eine riesige Entdeckungsreise ist dank der Vielzahl an Fähigkeiten und Sammelbaren Ggenstände und Terretorien immer Spaß und Erlebnis zugleich. Einzig und allein kleine grafische Mängel bieten Ansatz zum kritisieren. Dennoch gilt es immer noch zwischen inFamous und Prototype zu unterscheiden, denn es sind einfach verschiedene Ligen, aber beide an der Spitze.

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