Auch Konami schickt dieses Jahr eine neues PES ins Rennen, für den Kampf um die diesjährige Fußballkrone. Ob es dieses Jahr wieder reichen wird um an “FIFA” vorbei zu ziehen? Im vergangenen Jahr hatte Konami mit Pro Evolution Soccer 2008 sein Debut auf der neuen Konsolengenaration. Dies war durchaus gelungen, aber auch erst als der erste Patch online war. Davor war das Spiel mit Rucklern und Slowdowns bespickt, selbst die Installation von Daten auf der Festplatte brachte keinen sichtbaren Erfolg. Doch dieses Jahr hat man die gegebene Zeit sinnvoll genutzt und die Fehler des Vorgängers begradigt.
Was einem zuerst auffällt, ist die UEFA Champions League Lizenz, die sich Konami für die nächsten vier Jahre sichern konnte. Doch leider hat es wohl nicht für alle 32 Teams gereicht, denn ihr könnt lediglich 13 Teams der aktuellen UCL-Saison spielen. Deutsche Mannschaften sind weder in der UCL als auch im restlichen Spiel zu finden. Auch den FC Bayern München hat man dieses Jahr aussen vor gelassen. Dafür könnt ihr das komplette Turnier der UCL mit originaler Einlaufmusik und passender Stadiongestaltung spielen. Dadurch kommt trotzdem echtes Champions League-Feeling auf.

Neben dem neuen UEFA Champions League Modus hat es auch erstmals der Become a Legend ins Spiel geschafft. Dieser war die letzten Jahre nur dem japanischen Publikum vorbehalten. Im “Become a Legend” erstellt ihr euch zu Beginn einen eigenen Fußballspieler und nehmt an einem Testspiel teil. Dementsprechend, wie ihr dabei abschneidet, bekommt ihr nach dem Spiel Angebote verschiedener Teams. Dass nicht gleich Real Madrid oder Manchester United vor der Tür stehen ist ja wohl klar. Habt ihr euch für ein Team entschieden, kommt ihr in die B-Mannschaft und habt jede Woche ein Trainingsspiel gegen die A-Mannschaft. Wenn ihr oft genug beweißt, was ihr drauf habt, schafft ihr es schon bald in die erste Mannschaft. Nun habt ihr 18 Saisons Zeit, um es ganz nach oben zu schaffen und eventuell sogar im Finale der Fußball-WM zu stehen.
Was die Grafik angeht hat PES dieses Jahr einmal mehr zugelegt. Zwar kommt man auch dieses mal nicht an “FIFA 09″ heran, aber die Charaktermodellen sehen schonmal sehr gut aus. Sie verfügen über tolle Animationen und erstklassige Gestiken und Mimik.

Großes Manko ist noch immer der sehr enttäuschende Onlinemodus. Man muss sich noch immer mit permanenten Fehlern und Verzögerungen herumschlagen. Auch kann man nicht mehr mit einem Kollegen zusammen an einer Konsole online spielen. Hier besteht noch ordentlich Nachholbedarf.
Auch der Sound ist nicht vergleichbar mit “FIFA 09″. In den Menüs hört man zwar eine gute Auswahl lizenzierter Tracks, aber auf dem Platz ist eine Stadionsatmosphäre wie beim EA-Konkurrenten nicht vorhanden. Das Publikum verhält sich viel zu ruhig, als dass richtig Stimmung aufkommen würde. Dafür hört man um so deutlicher das Geschreie der Spieler auf dem Rasen. Kommentiert wird das Ganze wie immer von Hansi Küpper und Wolff Fuss.
In punkto Realismus ist PES der Konkurrenz jedes Jahr vorraus und das ist auch dieses Jahr wieder der Fall. Durch die perfekte Ballphysik verhält sich der Ball, egal ob bei Regen oder Sonnenschein, immer realistisch und nachvollziehbar. Sowohl die Gegner als auch die Mitspieler verfügen über eine schlau agierende KI. Nur bei Pässen in den Lauf ist es ab und zu etwas nervig, wenn der Stürmer nicht anfängt durchzustarten und somit eine Anspielstation bildet. Trotz all dem laufen die Spiele nirgendwo anders so realistisch ab wie in “PES 2009″.

Fazit
Auch dieses Jahr hat Konami wieder bewiesen, dass sie was vom Fußball verstehen. Dadurch, dass man die Fehler des Vorgängers behoben hat, hat man eine geniale Fußballsimulation geschaffen. Lediglich der Onlinemodus und die Stadionsatmosphäre enttäuschen. Die fehlenden Lizenzen lassen sich mit Hilfe des wie immer sehr guten Editors selbst erstellen. Wer nicht sehr viel wert auf den Onlinemodus und Original Lizenzen legt, sondern eher auf realistischen Fußball, der sollte sich Pro Evolution Soccer 2009 nicht entgehen lassen.










